Jan Krutisch ...maker. breaker. crush groover. body mover.

Deutsche Artikel

  • » Der Sündenfall der Deutschen Presse

    Lasst uns bitte aufhören über das Leistungsschutzrecht zu reden. Also ich meine Inhaltlich. Das haben genug Menschen bereits getan und alle die sich auskennen und nicht befangen sind kommen zu dem Schluss dass das Quatsch ist. It’s understood.

    Der große weiße Elefant im Raum ist, und darüber wurde zwar auch reichlich berichtet (wenn auch nicht in “der Presse”), aber vielen ist hier die Dimension glaube ich nicht wirklich klar: Das LSR stellt für die Deutsche Presse (und das gilt dieses Mal leider dann nicht mehr nur für Springer) einen echten Sündenfall dar.   read more...

  • » Endlich auf dem eBookCamp!

    Ich tendiere ja dazu, Berichte über Veranstaltungen inzwischen auf Englisch zu verfassen, aber beim eBookCamp, dass letztes Wochenende in Hamburg stattfand, mache ich mal eine Ausnahme: Zum einen war die Veranstaltung eine rein deutsche Veranstaltung und zum anderen sind die Leser, die diesen Artikel interessant finden könnten sicher auch in der überwiegenden Mehrzahl deutsprachig.

    Mein Weg zum eBookCamp ist ein eher sonderbarer: Ich finde das Umfeld zwar schon seit Ewigkeiten spannend und war einer der ersten in meinem Umfeld die auch einen eBook-Reader hatten, aber mit der Verlagsbranche, an die sich das Camp vor allem richtet, habe ich bisher nicht so richtig viel zu tun gehabt, jedenfalls wenn man strikt von Buchverlagen ausgeht. Aber wie das Leben so spielt: Andrea Schlotfeldt veranstaltet nicht nur eBookCamps sondern ist auch noch mit dem Betahaus-Mitgründer Lars Brücher liiert, den ich nun wiederum seit besten Dot-Com-Zeiten durch unsere gemeinse Bürookkupation bei silver.screen kenne. Wir teilten uns damals lange ein Büro und ein paar Stereolautsprecher, über die wir damals sehr enthusiastisch Napster entdeckten. Those were the days. Und so saß ich eines schönen Tages im letzten Jahr mit Andrea in einem Reisebus im Cilento und wir sprachen über eBooks. Das letzte Jahr scheiterte meine Teilnahme noch an irgendwelchen Doppelbuchungen, dieses Jahr passte das Camp auf vollkommen magische Weise zwischen Reykjavík und Tel Aviv.   read more...

  • » Die Sache mit den Unternehmen

    Ich bin heute auf Twitter über Umwege auf ein paar Tweets von @christiansoeder gestolpert, der mit der These aufwartete, dass es Unsinn sei, von Unternehmen zu Fordern, Werte zu haben oder zu entwickeln - Unternehmen seien dazu da, Geld zu verdienen und Werte könne man Unternehmen nur durch geeignete Regulierung durch die Politik vorgeben.

    Ich hab darauf hin eine sehr kurze Diskussion mit ihm gehabt, die er aber einseitig sehr schnell abgebrochen hat. Das will ich ihm nicht vorwerfen, ich war gefühlt einer von 200 Leuten, die ihn dafür verprügelt haben.

    Ich beschäftige mich, wenn auch nur Hobby-mäßig und total unwissenschaftlich schon seit Ewigkeiten mit diesem Thema und mich ärgert diese Sichtweise. Aus mehreren Gründen.

    Zum einen ist diese Sichtweise so typisch Sozialdemokratisch: Die Unternehmen, das sind die bösen, das wird man nie ändern können, und deswegen brauchen wir Gesetze!

    Zum anderen passt es ironischerweise natürlich überhaupt nicht zu dem, was die Sozialdemokratie, wenn sie denn mal in Regierungsverantwortung war, an Politik betrieben hat.

    Aber wichtiger ist eigentlich, dass mir diese Betrachtungsweise stinkt.   read more...

  • » Ueber Zigaretten Und Fahrradhelme

    Neulich ist mir ein Tweet über den Weg gelaufen, der, sicher vom @sixtus geretweetet, so aussah:

    In einer Welt in der man nicht mehr raucht und alle Fahrradhelme tragen, werden wir alle alt aber wohl nicht glücklich…

    Solche Tweets bereiten mir oft Kopfschmerzen, weil es mir als nichtrauchender Helmträger so schwer fällt, mir vorzustellen wie unglücklich jemand sein muss, das er sein Glück über die Abszenz eines Gegenstandes und den Konsum einer Droge definiert, aber das was mich jetzt dazu bringt ein längeres Traktat dazu zu schreiben ist, dass ich die Kombination dieser beiden Dinge für so unglaublich dämlich halte.

    Der Reihe nach: Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn es in Hamburg, wie z.B. in London, gesellschaftlich anerkannt wäre, dass der Fahrradhelm zum Fahrradfahren dazugehört. Ich hab mich selber lange dagegen gesträubt, einen aufzusetzen, aber letztendlich überwiegt dann doch die Überlegung das mein Leben als Geistarbeiter zu sehr an meinem Dötz hängt als dass ich nicht alles notwendige dafür tun sollte, dass ebenjeniger vernünftig vor größeren Schäden bewahrt wird.

    Ich persönlich hätte auch nichts dagegen, wenn eine solche gesellschaftliche Anerkennung über eine gesetzliche Regelung erreichen würden, so wie es uns ja doch schon das ein oder andere Mal (z.B. bei der Anschnallpflicht und der Helmpflicht (!) für Motorradfahrer) ganz gut geglückt ist. Aber ich, der sich ja nun mal für das Tragen eines Helmes entschieden hat, kann auch ganz gut ohne so eine Regelung leben. Die Risiken, die für andere Menschen entstehen, dadurch das @rational_heart keinen Fahrradhelm trägt, sind eher gering. Falls sie Kinder hat, könnte man anführen, dass sie vielleicht alles daran setzen sollte, sich selber zu schützen, weil jegliche Verletzung gleich riesige Probleme für die Nachkommen erzeugt, aber auch das würde ich im Zweifel eher der Beurteilung des einzelnen überlassen. Ich persönlich glaube nicht, dass mich, sollte ich einen Crash hinlegen, das Glückerfüllte Fahren mit freiem Haupthaar so befriedigen würde dass ich hinterher, in der Intensivstation, sagen würde “Yo, das war geil, ich würde es wieder machen!” - Aber das mag jeder anders Beurteilen.

    Kommen wir also zum Rauchen. Wie gesagt, mir als Nichtraucher (und offensichtlich nicht sehr suchtgefährdeten Person) ist es nicht klar, wie man persönliche Freiheit und Glück über den Konsum einer gefährlichen, ungesunden Droge definieren kann. Es sei denn es geht um Schokolade natürlich. Wenn man sich mit Rauchern darüber unterhält, dann ziehen diese die Diskussion dann gerne schnell auf die Metaebene und behaupten dass es ihnen gar nicht um das Rauchen an sich ginge sondern um das Rauchverbot als Symptom einer immer weiter regulierten Gesellschaft. Das fände ich an sich tatsächlich fast nachvollziehbar, denn der zunehmende Regulierungsdrang ist tatsächlich etwas, das man als halbwegs liberal eingestellter Mensch Scheiße finden kann, und zwar mit einigem Recht.

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  • » Hier irrt Herr Lischka

    Von Hendrik Mans bekam ich auf Twitter diesen Artikel von Konrad Lischka, seines Zeichens stellvertretender Ressortleiter der Netzwelt nähergebracht. Die Überschrift lautet “Die Feinde der “Contentmafia” sind Heuchler”, das macht einen ja dann doch mal aufhorchend.

    Ein paar tausend Zeichen später war es dann eine wilde Mischung aus einer angeblich alternativen Perspektive und den üblichen Fehlannahmen und Missverständnissen, die die Debatte üblicherweise in den Medien dominieren.

    Nun denn. Fangen wir mal ganz hinten an:

    Wer die Markwirtschaft akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler.

    Ich glaube niemand spricht Urhebern in dieser Debatte das Recht aufs Wirtschaften ab. Das wäre auch absurd. Herr Lischka nennt, nur ein paar Absätze früher, selber Beispiele, wie Künstler Einkünfte generieren können: Konzerte, Merch, das ganze Zeug. Und davon abgesehen spricht ja auch nichts dagegen, weiterhin Tonträger oder digitale Werke zu verkaufen. Oder sagen wir mal so: Man kann es zumindest versuchen.

    Und hier kommen wir auch schon zu dem ersten Problem: Zunächst erst einmal wäre ja zu beweisen, dass illegale Downloads den Urhebern schaden.

    Das Grundproblem ist ja folgendes: Während eine geklaute Vinylplatte oder Wachswalze, oder meinetwegen auch eine geklaute CD vor allem geklaut ist, stellt sich die Sachlage bei digitalen Kopien etwas komplexer da. Wenn ich meinem Kumpel eine mp3-Datei auf seinen Mp3-Player kopiere, dann habe ich die Datei ja immer noch. Wirtschaftlicher Schaden entstünde in dem Moment, in dem mein Kumpel die Datei eigentlich selbst gekauft hätte. Solche Fälle gibt es, keine Frage. Sind sie aber die Regel? Und was ist mit Leuten, die sich erst Raubkopien anhören und dann doch die CD kaufen, oder den High-Quality-Lossless-Download, weil sie die Musik geil finden? Und die Musik sonst vielleicht nie entdeckt hätten? Es gibt viele Leute die behaupten, sie würden in der digitalen Welt mehr Musik kaufen. Bis zu meinem Spotify-Account war das definitiv bei mir auch so, jetzt bezahle ich über meinen Spotify-Pro-Account und über meine iTunes-Match-Gebühr. Aber wie sehen die Zahlen jenseits der Anekdote wirklich aus?

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